Nicht durch Raum und Zeit wird Geschichte geschaffen, sondern durch Menschen. Das gilt vorrangig für die Zeitgeschichte.

Aus zahllosen Radio- und Fernseh-Sendestunden des geschichtsträchtigen Herbstes 1989 haben Robert Stauffer und Karlheinz Barwasser Originaltöne ausgewählt und zu einer Collage zusammengestellt. Schlaglichter aus Politik, Wirtschaft und Kultur fügen sich zu einer Chronologie der Ereignisse im Herbst 1989: ein Herbst auf dem Weg zur Einheit.

Track 1
Sommer 1989. Die DDR steht politisch und wirtschaftlich vor dem Kollaps. Ungarn wird zum Inbegriff für den Weg in die Freiheit.
01:36

Track 2
27. Juni 1989. Der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein öster- reichischer Kollege Alois Mock durchtrennen in einem symbolischen Akt die Drähte des Eisernen Vorhangs an der österreichisch-ungarischen Grenze.
00:49

Track 3
Juli & August 1989. Immer mehr DDR-Bürger reisen nach Ungarn und in die Tschechoslowakei. Sie suchen Zuflucht in den dortigen Botschaften der Bun- desrepublik und verlangen ihre Ausreise in den Westen. An der österreichisch- ungarischen Grenze bei Sopron flüchten etwa 900 DDR-Bürger in den Westen. Zudem sollen über eine Million Menschen einen Ausreiseantrag gestellt haben.
05:54

Track 4
Anfang September 1989. Die DDR-Führung bleibt starr auf Kurs. Die Zivilfahnder des Staatssicherheitsdienstes sind auf Posten und verhaften in Leipzig nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche Demonstranten, die Reisefreiheit for- dern: »Wir wollen raus!«. Eine Woche später heißt die Losung: »Wir bleiben hier!«
07:53

Track 5
11. September 1989. Ungarn er- möglicht vielen DDR-Bürgern über die Grenze zu Österreich die Ausreise in die Bundesrepublik.
01:10

Track 6
Ab 12. September 1989. Die Hälf- te der ungefähr 460 DDR-Flücht- linge in der Botschaft der Bun- desrepublik in Prag darf in den Westen ausreisen.
01:06

Track 7
30. September 1989. Die in die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau geflüchteten DDR-Bürger dürfen mit Einverständnis der Regierungen der DDR, Polens und der CSSR mit Sonderzügen der DDR-Reichsbahn über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik ausreisen.
02:05

Track 8
Anfang Oktober 1989. Die ersten Sonderzüge treffen in der Bundesrepublik ein. Innenpolitisch gibt es weiterhin kein Indiz für einen Reformkurs in der DDR, die Haltung gegenüber den Bürgerrechtlern im Lande wird immer härter.
08:12

Track 9
Ab 7. Oktober 1989. In zahlreichen Städten finden Protestumzüge zu den offi- ziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR statt. Die Demonstranten skandieren »Stasi raus!«, »Wir sind das Volk!« und »Gorbi, hilf uns!«. Wieder- holt kommt es zum Knüppeleinsatz gegen die demonstrierenden Massen. In Leipzig gehen 70.000 Menschen auf die Straße. Der Strom der DDR-Bürger, die aus Ungarn über Österreich in die Bundesrepublik einreisen, reißt nicht ab.
05:34

Track 10
18.10.1989. Angesichts der wachsenden Opposition tritt der schwerkranke Erich Honecker von allen politischen Ämtern zurück, sein Nachfolger wird Egon Krenz, der von der Opposition für den Wahlbetrug im Mai 1989 und für die poli- zeilichen Ausschreitungen vom 7. und 8. Oktober 1989 verantwortlich gemacht wird. Krenz kündigt die Einleitung einer »Wende« an.
03:32

Track 11
Ende Oktober 1989. Herausgabe einer Dokumentation über die Polizeiübergriffe bei den Gründungsfeierlichkeiten der DDR: Protokolle über brutale Polizeiein- sätze und -hetzjagden. 300.000 Menschen gehen in Leipzig auf die Straße, auch in Ostberlin ist die Stunde der außerparlamentarischen Opposition: »Bon- zen raus, Arbeiter rein!«.
04:49

Track 12
Anfang November 1989. 500.000 Menschen ziehen friedlich durch die Ostber- liner Straßen. Die SED bekennt sich öffentlich zur Umgestaltung, die Bevöl- kerung jedoch bleibt skeptisch, viele erkennen dem Staat das Vertrauen ab. Funktionäre des ZK werden abgelöst. Reiseerleichterungen werden verspro- chen. Weiterhin kehren viele DDR-Bürger dem Staat den Rücken, weil sie nicht an Erneuerungen und die Verbesserung ihrer Lebensqualität glauben wollen.
06:08

Track 13
Ab 9. November 1989. Am Ende einer Pressekonferenz am 9.11. teilt das Politbüromitglied Günter Schabowski mit, daß bis zum Erlaß eines neuen Reisegesetztes eine Regelung gelte, die praktisch die Freigabe des Reise- verkehrs bedeutet. Noch am selben Abend fordern Tausende von DDR-Bürgern an den Grenzübergangsstellen zu Westberlin und zur BRD die Öffnung der Grenze. Unter diesem Druck geben die Grenzwächter nach. Hunderttausende strömen, bald ohne jegliche Kontrolle, zum ersten Kurzbesuch  nach West- berlin und in die Bundesrepublik. 28 Jahre nach dem Bau der Mauer sind die Grenzen zwischen beiden Teilen Deutschlands wieder offen.
09:27

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VORWÄRTS IMMER -
RÜCKWÄRTS NIMMER ist in der TR-Verlagsunion GmbH München als CD erschienen. Sie kann online direkt bei der
TR-Verlagsunion oder beim BR-Shop des Bayerischen Rundfunks bestellt werden.

 

Vorwärts immer
Rückwärts nimmer
Originalton-Collage
von Robert Stauffer
und Karlheinz Barwasser
Hörprobe: 1 Ausschnitt
Gesamtdauer: 03:10 Stereo
© 1999 BR / Autoren
Alle Rechte vorbehalten

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